Bild: Die Unternehmensberaterin Gabriele Fleck-Gottschlich (hinten, stehend) im Gespräch mit Michael Hagn von der Business Akademie Hallertau. Die Geschäftsleute aus dem Landkreis, die am ersten Unternehmerfrühstück teilnahmen, nutzten gerne die Gelegenheit, sich mit Kollegen auszutauschen. – Foto: Ermert

Pfaffenhofen (pat) Eine neuartige Idee für den Landkreis und seine mittelständischen Betriebe wurde mit dem ersten Unternehmer-Frühstück getestet. Es fand im Hotel Moosburger Hof statt und war angesichts von knapp 50 Gästen aus allen Branchen ein voller Erfolg. Erste Referentin des Unternehmer-Frühstücks war Gabriele Fleck-Gottschlich.

„Information und Kommunikation stehen im Mittelpunkt“, sagte Karl Huber, der dieses eher legere „Geschäftsmeeting“ in seiner Funktion als vhs-Leiter eröffnete. Organisiert wurde es von der Business Akademie (BA) Hallertau, die als Kooperationsprojekt der Volkshochschulen Pfaffenhofen, Kelheim und Mainburg ins Leben gerufen wurde.

Ihr Ziel: Qualitätsvolle Weiterbildung auf allen Bereichen der Betriebswirtschaft. „Beim Unternehmerfrühstück wollen wir in einem knappen Rahmen die Anwesenden über aktuelle Themen auf dem Laufenden halten“, so Huber. Beim Debut hörten die Gäste Vorträge von Landrat Josef Schäch und der Unternehmensberaterin Gabriele Fleck-Gottschlich – und zwar zum Thema Fachkräftemangel.

Ihre Referate bildeten den offiziellen Teil am frühen Morgen, ehe sich bei Kaffee, Brötchen, Käse und Marmelade lockere Gesprächskreise zu wirtschaftlichen Themen bildeten. Die „Möglichkeit der Fortbildung vor Ort, und nicht bei zeitaufwendigen Seminaren irgendwo im Umkreis“, hob Josef Schäch hervor und begründete damit die rege Unterstützung durch den Landkreis.

Das Unternehmerfrühstück kam bei allen Beteiligten vor allem durch die Möglichkeit zum anschließenden Gespräch unter Geschäftspartnern und Kollegen sehr gut an. Eine Eintagsfliege wird es nicht bleiben. In regelmäßigen Abständen – also alle zwei bis drei Monate – wird es ab sofort an wechselnden Orten wiederholt. Dazu ergehen gesonderte Einladungen an sämtliche Unternehmen der Umgebung.

Der Landrat stellte beim „Startschuss“ nach einführenden Worten die Initiative Ausbildung für alle vor. Durch finanzielle Unterstützung der Ausbildungsbetriebe, durch permanente Betreuung einer sozialpädagogischen Fachkraft und zusätzliche Nachhilfe können schwer vermittelbare Jugendliche darüber in Lohn und Brot gebracht werden. Im Wolnzacher Jugend- und Bildungsdorf sei dieses Projekt für ein Jahr getestet worden und habe fantastisch funktioniert, so Schäch. Landkreisweit würde er es gerne für 25 bis 30 Jugendliche auf drei Jahre durchführen.

Dem Landkreis stellt er sogar in Zeiten der Wirtschaftskrise ein gutes Zeugnis aus. „Wir sind breit aufgestellt, nicht so sehr von der Automobilbranche abhängig wie die Umgebung“, sprach er „von mehr Höhen als Tiefen, von guten Vorzeichen für die Zukunft“. Die Verzahnung und Zusammenarbeit der mittelständischen Firmen sei dafür aber ein unumgängliches Werkzeug.

In eine ähnliche Richtung gingen die Anregungen von Gabriele Fleck-Gottschlich. In ihrem Vortrag arbeitete sie den Arbeitskräftemangel heraus, der auch in Pfaffenhofen zu bemerken sei. Sie zeigte moderne Wege auf, wie Firmen kompetente Mitarbeiter gewinnen könnten. Vom Aufbau einer eigenen Marke bis hin zu den Wünschen der Arbeitnehmer, von der Zusammenarbeit mit Hochschulen bis zum Aufbau einer Firmenkontaktmesse regte sie Neuerungen an, die den anwesenden Geschäftsleuten zumindest frische Impulse mit auf den Weg gaben – auch wenn sicher nicht alle Tipps sofort in die Tat umgesetzt werden können.

Donaukurier – 17.11.2008, Patrick Ermert