Widerstand positiv nutzen

Mit dem Widerstand gehen – nicht gegen ihn!

Widerstand positiv nutzen statt zu versuchen ihn mit allen Mitteln zu brechen, ist eine Problemlösungsmethode die ich Ihnen hier vorstellen möchte. Dabei gehen Sie in zwei Schritten vor:

Schritt 1: Entschlüsseln Sie, um welche geheime Botschaft es sich bei dem Widerstand handelt.

Schritt 2: Bevor Sie etwas unternehmen beherzigen Sie diesen Satz, denn er ist der Schlüssel zum Menschen:

Widerstand ist die umgekehrte Kooperation

1. Handlungsmöglichkeiten bei Mangel an Verstehen

  • Visualisieren Sie Ihre Informationen zielgruppengerecht, verteilen sie adäquate Informationen über Ziele, Ablauf, mögliche Kosten-Nutzen der Konfliktbearbeitung.
  • Kommunizieren Sie jederzeit transparent.
  • Berichten Sie regelmäßig über das, was gerade passiert, gemacht wird.

2. Handlungsmöglichkeiten bei Mangel an Vertrauen

  • Arbeiten Sie mit klaren Rollen, angemessenen Feedbackschleifen (z.B. 1x wöchentlich ein kurzes Treffen zum Austausch).
  • Bieten Sie Partizipationsmöglichkeiten der Beteiligten.
  • Öffnen Sie den Raum für neue positive Erfahrungen. Sorgen Sie dafür, dass neue Verhaltensweisen ausprobiert werden können und ein „neuer Blick auf die Dinge“ möglich wird.
  • Lassen Sie die Mitarbeiter über gemachte positive Erfahrungen berichten (schriftlich, persönlich,…).
  • Schaffen Sie Tatsachen.

3. Handlungsmöglichkeiten bei Mangel an Kooperation

  • Zeigen Sie wie und wo es bereits funktioniert bzw. nehmen Sie die Mitarbeiter dahin mit, wo es Best Practices gibt.
  • Erweitern Sie die Beteiligungsmöglichkeiten, in dem Sie Raum geben zu lernen, auszuprobieren, Fehler zu machen, eigene neue Erfahrungen zu machen.
  • Geben Sie sich regelmäßig Feedback und formulieren Sie regelmäßig gegenseitige Wünsche und Erwartungen.

4. Handlungsmöglichkeiten bei Ängsten

Typische Ängste:

  • Angst vor Kontrollverlust / Autonomieverlust
  • Angst die bisherige vertraute menschliche Eingebundenheit zu verlieren
  • Angst den neuen Anforderungen nicht mehr gerecht zu werden
  • Angst nicht schnell genug das Neue zu lernen

Ängste werden meist nicht als solche benannt, sondern tauchen, als „Sachargumente“ maskiert, immer wieder auf oder werden von dominantem Verhalten überdeckt. Ängste kann man nicht mit Sachargumenten „wegreden“, aber sie können konkretisiert und „bearbeitbar“ gemacht werden.

Hier hilft aufrichtiges, echtes Verständnis für die Befürchtungen und menschliche Zuwendung. Hören Sie aktiv zu, was der Betroffene beschreibt, fragen Sie nach, was für den Betroffenen ein angemessener nächster Schritt sein könnte? Sie sollten nicht versuchen, die Ängste aufzulösen, sondern erst einmal, sie zu verstehen.

Eine gute Methode, um Ängsten zu begegnen, sind folgende Fragen, die z.B. in Workshops bearbeitet werden können:

  • Was verliere ich/wir, wenn der Widerstand aufgegeben wird?
  • Was wird schlimmer/schlechter/verschärft sich, wenn der Widerstand aufgegeben wird?
  • Was wird schlimmer/schlechter/verschärft sich, wenn der Widerstand fortbesteht?

Auch Coaching oder Mentoring kann hilfreich sein:

  • Unterstützen Sie als Coach oder ermöglichen Sie, dass der bzw. die Mitarbeiter ein Coaching in Anspruch nehmen können.
  • Mentoring oder Patenschaften von erfahrenen und veränderungserprobten Mitarbeitern können ebenfalls sehr nützlich sein.
  • Geben Sie Anerkennung und loben Sie bereits kleine Fortschritte.

Die vorgeschlagenen Handlungsmöglichkeiten sind nur ein kleiner Ausschnitt, der aufzeigen soll, wie Sie Widerstand positiv nutzen können, um diesen zu lösen. Probieren Sie die Vorschläge aus!

Ziehen Sie aber auch Grenzen, wo nötig. Lassen Sie sich nicht gängeln!

Vertreten Sie klar Ihren Standpunkt! Zeigen Sie Rückrat, wenn es um Entscheidungen geht. Schließen Sie Prozesse ab, wenn Sie aus Ihrer Sicht alles getan haben, um die Widerständler ins Boot zu holen.

Sie planen ein Change Projekt oder stecken schon mitten drin?

Sprechen Sie mich gerne an für fachkundige Beratung und praktische Hilfestellung bei Wiederständen!
Direkter Kontakt per Telefon unter 08453-7711 oder per E-Mail an service@social-systems.de.

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